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Michael Marrak, Eschbach, Fitzek und die 2000er

John Martin: The Seventh Plague

Wie sagt George R. R. Martin so schön:

Science Fiction was my first love.

Und genau so war es bei mir auch. Wie ich darauf komme? Nun, Michael Marrak hat den Seraph gewonnen für sein Buch "Der Kanon mechanischer Seelen":

Mein erstes Buch, das ich mir gekauft und gleich gelesen habe, war William Gibsons Neuromancer-Trilogie. Damit ging mein bewusstes Leser-Leben eigentlich erst so richtig los. Und direkt nach Neuromancer las ich Michael Marraks "Lord Gamma": Ein Typ fährt mit einem Pontiac durch eine Welt/Landschaft, die sich alle 180 Kilometer wiederholt. Das waren so ungefähr die Infos, die ich zu dem Buch hatte.

Auf das Buch gestoßen bin ich übrigens über meine damalige Freundin und jetzige Frau. Ich weiß noch ganz genau, wie sie mit der Anzeige (oder war's 'ne Rezension?) zu dem Buch in der "BYM (Brigitte Young Miss)" ankam:

Hier, guck mal, das sieht aus, als ob es dir gefallen könnte.

Und das tat es auch.

(Hätte nicht gedacht, dass eine Frauenzeitschrift mal als Science Fiction Fanzine herhalten würde.)

(Für meine Frau war ich übrigens damals schon 'n "Computermann".)

Bücher von Michael Marrak
Michael Marrak anyone?

Für mich war "Lord Gamma" damals die Definition dessen, wie ein Science Fiction-Roman zu sein hatte: Abgedreht, futuristisch, cool. Nach "Lord Gamma" war bei mir erst mal Philipp K. Dick angesagt. Den habe ich verschlungen, der war abgedreht. Gab auch 'ne ziemlich coole Seite zu dem (aus damaliger Sicht). Danach kam dann erst mal so was hier (kennt das jemand: "Cyberskin" von Paul Collins?), alles von William Gibson, gefolgt von Dan Simmons "Hyperion-Gesängen" (aus der gleichen Heyne-Reihe wie die Neuromancer-Trilogie). Ich will ja nichts sagen, aber die "Hyperion-Gesänge" sind das beste Buch, das es gibt und der Nachfolger "Endymion" ist sogar noch besser. Leider habe ich noch kein weiteres Werk von Dan Simmons gefunden, mit dem ich wirklich etwas anfangen konnte - nicht mal Ilium oder Olympos haben mich umgehauen (und das will was heißen, sind das doch alternative Science-Fiction-Versionen der Ilias und der Odyssee).

Am gleichen Tag, als ich diesen pfundsschweren Klopper (Hyperion-Gesänge) fertig gelesen hatte, habe ich noch Andreas Eschbachs "Haarteppichknüpfer" drangehängt und am Stück durchgelesen.

(Dem Eschbach hab ich sogar mal 'ne Mail geschrieben und den gefragt, ob und wann der sein Geschriebenes eigentlich ausdruckt. Der hatte damals schon seine Schreib-Seite und hat mir auch geantwortet - muss mal nachschauen, ob ich die Mail noch irgendwo hab. Nö, hab ich leider nicht mehr.)

(Dem Fitzek hab ich damals übrigens auch mal geschrieben. Der war laut Webseite "begeisterter eMailer" und hat die Leute quasi aufgerufen, ihm zu schreiben. Weiß nicht, ob der das heute noch immer so macht. Ich hab den damals gefragt, ob der vielleicht auch so 'ne Ausnahme ist, die nicht ihre komplette Kindheit mit der Nase in irgendwelchen Büchern verbracht hat und als Erwachsener plötzlich Bücher schreibt. Der Fitzek hat sich da auch eher als Ausnahme gesehen: Der hat zwar gelesen, aber so'n totaler Bücherwurm war der als Kind auch noch nicht. Der Fitzek hatte damals (2006) "Die Therapie" geschrieben. Sein Debut, bei dem alle durchgedreht sind. Der war halt 'n Senkrechtstarter. Man weiß ja, was draus geworden ist.)

Ich hatte recht früh schon einen Spleen für deutsche Science Fiction-Autoren. Ich habe damals selbst "irgendwie" Science Fiction geschrieben, Anfang der 2000er-Jahre (Gott, ist das lange her).

Und all diese Erinnerungen kommen mit dem Gewinn Michael Marraks wieder hoch.

Den Marrak habe ich danach irgendwie aus den Augen verloren. Der hatte seine Webseite und hat dann erst mal was für den Ravensburger Verlag geschrieben, was mich nicht wirklich interessiert hat, ist umgezogen und hat auf unbestimmte Zeit erst mal an irgend 'nem Computer-Spiel mitgearbeitet. Und dann les ich zum ersten Mal - nach bestimmt mehr als zehn Jahren - im Fantasyguide wieder von dem.

(Danke, Ralf!)

Mit Michael Marrak sind Erinnerungen verbunden an ein ganz frühes Leserleben. Auch wenn ich heute "etwas anders" unterwegs bin.

In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch zum Seraph, Michael! Vielleicht sollte ich mal wieder was von dir lesen ...

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